SXSW Austin – Superbetter.
Aufwachen um vier Uhr in der Früh werde ich die nächsten Tage wohl noch nicht ablegen können. Ich beschliesse die Zeit für einen Blogpost zu nutzen.
Gestern habe ich die Zeit genutzt um den Jungs und Mädels zuhause noch etwas beim Rätseln zu helfen, bis ich mich um acht Uhr zum ersten mal aufs Amerikanische Frühstücksbuffet stürzte. Hier scheint irgendwie alles mit zusätzlich Zucker oder Salz versetzt zu sein (süsser Schinken!), was nicht unbedingt mein Ding ist. Auf dem Weg nach Downtown habe ich aber bereits ein Waffelhaus entdeckt, was ich in den nächsten Tagen ausprobieren werde… mmmh!


Noch kurz mein Mietauto zurück gebracht (Ein Auto mieten und fahren ist hier super easy), bevor ich mich vom Taxi ins Zentrum von Austin fahren liess. Dann erst mal in die Badge-Pick-up-Line stellen und nebenbei bei Foursquare den Superswarm-Badge abkassieren. Wir mussten etwa 15 Minuten anstehen… im Laufe des Tages bis hin zum Abend habe ich Anstell-Schlangen gesehn die sich durchs ganze Gebäude gezogen haben (… und die Gebäude hier sind riesig).
Am SXSW gibt es drei Kategorien: Interactive, Film und Music. Der Interactive-Part ist der, der mich am meisten interessiert. Es gibt stündlich so viele interessante Vorträge, dass man sich kaum entscheiden kann.
Als erstes Panel habe ich mir “@TVEngagement: Does Social Media Drive TV Ratings?” ausgesucht. In letzter Zeit erlebe ich selbst oft, dass ich während einer Fernsehsendung mit anderen darüber Twittere. Ich liebe diesen Austausch und mich hat interessiert, wie sich das wohl weiterentwickeln wird. An dem Panel beteiligt waren unter anderem David Jones von Shazam, Ellen Stone von Bravo Networks und Colin Helms von MTV.
Sie alle sind sich einig, dass die Integration von Social Media ein grosser Gewinn für Zuschauer und TV ist. Zum einen geht es um den Austausch und Interaktion welche bindet, zum anderen streben noch immer sehr viele Menschen nach ihren “15 minutes of fame”, welche die Beteiligungsrate und somit Zuschauerzahlen extrem steigert.
Das zweite Panel, welches ich besucht habe war “Potterize It! Sharing the Magic of Fan Culture”. Dabei ging es darum, am Beispiel von Harry Potter aufzuzeigen, was Fandom bewirken kann. Die jungen Leute die am Panel beteiligt waren, sind alle eingefleischte Harry-Potter-Fans der ersten Stunde. Sie alle haben um das Jahr 2001 Ihre ersten Fan-Websites aufgezogen und das zu einer Zeit, als man noch nicht wusste, ob man sich mit Fanfiction rechtlich gesehen in eine Gefahrenzone begibt. Die Macher hinter Harry Potter haben frühzeitig erkannt, wie wertvoll Fans sind und haben angefangen, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Auch heute, fünf Jahre nach dem letzten Buch ist der Fankult ungebrochen. Die Fan-Sites von damals sind heute professionell aufgezogen. Die Jungs und Mädels dahinter berichten über alles rund um Harry Potter, organisieren Events und sind zentrale Anlaufstellen für Fans aus der ganzen Welt.
Zum Abschluss des Tages besuchten wir die Keynote von Jane McGonigal. Jane ist Game Designer (wirkt unter anderem bei ARGs mit) und eine wahnsinnig inspirierende Persönlichkeit.


Oft wird gesagt, Computergames sind reine Zeitverschwendung. Jane hat aufgezeigt, warum diese Aussage so nicht stimmt und wie Games unser Leben bereichern können. Der Guardian hat Anfang Jahr eine Liste aufgestellt mit den Dingen die Menschen am Ende ihres Lebens am meisten bereuen und all diese Dinge sprechen dafür, dass wir mehr spielen sollten:
Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet
Das muss ich nicht weiter erläutern.
Ich wünschte ich wäre mit meinen Freunden in Kontakt geblieben
Social Gaming kann die Beziehung zu anderen Menschen aufrecht erhalten und es bringt Menschen einander näher. Virtuell ist nicht das Gegenteil von Real. Das Spielen ersetzt nicht den realen Kontakt, es erweitert ihn.
Ich wünschte ich hätte mehr mich selber sein können
Virtuell kann man sich so darstellen, wie man gerne wäre. Es gibt uns die Möglichkeiten in einem kleinen Bereich unseres Lebens selbst zu entscheiden, wie wir aussehen und wie wir uns darstellen. Es gibt keinen Unterschied zwischen arm und reich, dick und dünn, blond oder brünett alle haben die gleichen Voraussetzungen.
Ich wünschte ich hätte mich selbst glücklicher werden lassen
Studien belegen, dass Spielen glücklich macht.
Jane hat auch erzählt, wie ihr das Spielen nach einer schweren Krankheit geholfen hat, am Leben zu bleiben und wieder daran teilzunehmen. Ans Bett gefesselt hat sie ein Spiel programmiert, welches sie zu täglichen Challenges ermutigt hat. Diese Aufgaben wurden durch Ihre Freunde generiert, was den sozialen Part dieses Spiels ausmacht.
Aus dieser Spielidee hat sich Superbetter.com entwickelt. Eine Plattform für die täglichen kleinen Herausforderungen des Lebens welche uns stärker, mutiger, glücklicher … superbetter machen.

Jane ist mein Highlight des Tages und was sie in dieser Stunde gesagt hat, wird mich wohl noch lange begleiten. Dass ich mein Buch von Ihr signieren lassen durfte, sie meine Hand geschüttelt hat und gesagt hat “I feel, we will be connectet our Whle life” war wie Sahne auf Kaffee.

So. Genug geschrieben, der Tag ist angebrochen und weitere tolle Panels warten. Das Wetter ist übrigens grandios schlecht, aber das macht nichts. Der erste Tag am SXSW war schon so toll, dass ich erfüllt und inspiriert wieder nach hause fahren könnte.
